ANGST
1. Wann
wird Angst zur Krankheit?
Angst gehört
zu den existenziellen Grunderfahrungen des menschlichen Lebens. Angst ist für
das Überleben des Menschen sinnvoll und nützlich, warnt ihn vor gefährlichen
Situationen und hilft, diese zu vermeiden.
Nicht jeder
Angst - Zustand ist somit krankhaft. Erst wenn Angst -Zustände den Menschen „grundlos“
überfallen, wenn die Angst nicht mehr kontrolliert werden kann, den Betroffenen
blockiert und in seiner Lebensgestaltung einschränkt, handelt es sich um eine
behandlungsbedürftige Störung. Da Angst ein körpernahes Geschehen (s.
Tabelle) ist, glauben viele Betroffene, dass sie an einer körperlichen
Erkrankung leiden und nicht an einer psychischen Störung. Kann der Arzt keine
körperliche Erkrankung finden, entsteht häufig Enttäuschung und der Eindruck,
nicht ernst genommen zu werden. Mögliche körperliche Krankheitszeichen der Angst
▼ Herzklopfen,
Herzrasen
oder unregelmäßiger Herzschlag
2. Häufigkeit des Auftretens von
Angst Angst
erkrankungen gehören zu den häufigsten
psychischen Störungen überhaupt. Die Tatsache, dass Anxiolytika die am häufigsten
verordneten Psychopharmaka sind, drückt ebenfalls die große Bedeutung dieser
Störungen aus. Ca. 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden im Laufe des
Lebens an einer vorübergehenden oder länger andauernden Angst. Die häufigsten
sind die Agoraphobie mit Panikstörung und die spezifische Phobie. Bei Frauen
stellen die Angst - Störungen die häufigste und bei Männern nach den Abhängigkeitssyndromen
die zweithäufigste psychische Erkrankung dar. Frauen sind etwa doppelt so häufig
betroffen wie Männer, wobei der Frauenanteil um so größer ist, je stärker
die phobische Komponente der Störung ist.
3. Mögliche Ursachen und Folgen von
Angst - Störungen Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig.
Sie reichen – neben einer zu vermutenden erhöhten
Angst
bereitschaft - von schwer
belastenden Lebensereignissen über negative Kindheitserfahrungen bis hin zu
andauerndem beruflichen Stress.
Angst
störungen Es gibt Hinweise, dass bei der
Entstehung von
Angst
störungen Wenn
Angst
störungen Nicht nur für den Betroffenen,
sondern auch für die Angehörigen von Patienten mit
Angst
störungen
4. Woher kommen die Begriffe? Schon seit dem Altertum sind die Phänomene,
die heutzutage
Angst
störungen Des weiteren ist Phobos,
Zwillingsbruder des Deimos und Sohn des Kriegsgottes Ares und der Aphrodite, zu
erwähnen. Die Namen von Deimos und Phobos können wörtlich mit „Furcht“
und „Schrecken“ übersetzt werden. Zur Einschüchterung und Abschreckung des
Gegners wurde von manchen Zeitgenossen das Abbild des Phobos auf Rüstungen
gemalt. Sein Name wurde somit zu einem Begriff für ein Ausmaß an Angst und
Schrecken, das zur Flucht führt, obwohl der Gott nicht tatsächlich erschien.
Dieser Sachverhalt hat zu der Bezeichnung Phobie für unangemessenes
Vermeidungsverhalten bzw. übermäßige Angst geführt.
5. Diagnostik und Therapie Nach dem Auftreten längere Zeit
anhaltender Angst
symptome ist eine gründliche ärztliche Untersuchung
notwendig, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine
Angst
störung oder eine andere
zugrunde liegende körperliche Erkrankung handelt. Nach Ausschluss einer körperlichen
Erkrankung als hauptursächlich gilt es abzuklären, ob eine andere psychische
Störung vor- oder zugrunde liegt, da Angst -Symptome z. B. auch bei Psychosen
auftreten oder den Entzugserscheinungen bei Alkohol oder Drogen ähneln können. Liegt eine
Angst
störung vor, gehört die
psychologische Therapie heute zu den Verfahren, deren Wirksamkeit
wissenschaftlich eindeutig gesichert ist. Insgesamt sind die Behandlungserfolge
in Bezug auf Angsterkrankungen bei adäquater Therapie in der Regel sehr gut. Die verschiedenen Formen der
Angst
störungen
▼
Phobische Störungen (eine
Gruppe von Störungen, bei der Angst ausschließlich oder
a) Agoraphobie - mit oder ohne Panikstörung: Gruppe von Phobien, mit
Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen
und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu
reisen; eine Panikstörung kommt als häufiges Merkmal bei gegenwärtigen oder
zurückliegenden Episoden vor; die Vermeidung der Angst auslösenden Situation
steht oft im Vordergrund, einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da sie
die phobischen Situationen vermeiden können.
b)
Soziale Phobien: Angst vor prüfender Betrachtung durch andere
Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt; umfassendere soziale
Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik
verbunden – evtl. mit Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum
Wasserlassen auftretend; dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine
dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt, die
Symptome können sich bis zur Panikattacke steigern.
c) Spezifische (isolierte) Phobien: Phobien, die auf eng umschriebene
Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit,
Benutzung von Flugzeugen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäzieren auf öffentlichen
Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von
Blut oder Verletzungen beschränkt sind; trotz der Begrenzung kann die Angst
auslösende Situation Panikzustände hervorrufen.
▼
Andere
Angst
störungen
a)
Panikstörung - mit oder ohne Agoraphobie: wiederkehrende schwere
Angstattacken (Panik), plötzlich und nicht vorhersehbar auftretend, ohne Beschränkung
auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände.
b)
Generalisierte
Angst
störung: generalisierte
und anhaltende Angst, „frei flottierend“, mit variablen Beschwerden wie ständige
Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen,
Schwindelgefühle, Oberbauchbeschwerden; häufig Äußern von Befürchtungen
oder Sorgen, dass der Betreffende selbst oder ein Angehöriger demnächst
erkranken oder einen Unfall erleiden könnte.
c)
Angst und depressive Störung gemischt: gleichzeitiges Bestehen
von Angst und Depression, ohne dass eindeutig eine der beiden Störungen
vorherrscht und ohne dass eine für sich genommen eine eigenständige Diagnose
rechtfertigt.
▼
Zwangsstörungen:
wiederkehrende Zwangsgedanken (Ideen, Vorstellungen oder Impulse, Eine weitere Störung, die als
Hauptsymptom Angst beinhaltet, ist die Posttraumatische Belastungsstörung,
die in einem gesonderten Artikel ausführlich behandelt wird. Je nach Form der
Angst
störungen Eine stationäre Behandlung bietet
sich dann an, wenn jemand z. B. aufgrund des Ausmaßes der Angst und damit
verbundener Einschränkungen in der Lebensgestaltung einer engmaschigen
Therapie, vielleicht auch eines geschützten klinischen Rahmens bedarf, oder
wenn adäquate ambulante Behandlungsmöglichkeiten fehlen. Ein weiterer Grund
ist eine Gefährdung der Arbeitsfähigkeit oder eine bereits bestehende
Arbeitsunfähigkeit.
6. Therapeutische Angebote in dieser
Klinik Die Klinik am Homberg, Abteilung Psychotherapie, Bad Wildungen, versucht nach einer individuell abgestimmten ärztlichen und psychotherapeutischen Eingangsdiagnostik, über ihr (im Folgenden näher beschriebenes) Behandlungsangebot jedem/r Patient(in) in seinen Therapieerfordernissen (somatisch, psychotherapeutisch, medikamentös) gerecht zu werden. Bezüglich der Psychotherapie bietet
sie mit ihrem tiefenpsychologisch orientierten und verhaltenstherapeutischen
Konzept die Möglichkeit, beide Verfahren zu kombinieren. Wenn ein(e) Patient(in)
in einem Verfahren bereits Vorerfahrungen hat, können wir daran anknüpfen. Es
gibt ein Gruppentherapieangebot, das durch einzeltherapeutische Gesprächskontakte
ergänzt oder – wenn erforderlich – ersetzt werden kann. So können in einer
kognitiv-verhaltenstherapeutischen Angst -Therapiegruppe auf einer
symptomorientierten Ebene psychophysiologische Zusammenhänge und Möglichkeiten
der Reduzierung der Angst -Symptomatik erarbeitet werden, parallel können im
Rahmen der Teilnahme an anderen Gruppenangeboten
(kognitiv-verhaltenstherapeutische Problemlösegruppe oder
psychoanalytisch-interaktionelle Gesprächsgruppe, beides in Kombination mit
Kreativverfahren) relevante biografische Aspekte, belastende Lebensereignisse
und –bedingungen herausgearbeitet werden. Ein dadurch erzieltes tiefergehendes
und differenzierteres Verständnis für die Notlage des/r Betroffenen dient als
Grundlage zur Formulierung und Umsetzung konkreter individueller
Behandlungsziele (z. B. Verarbeitung belastender Lebensereignisse, Förderung adäquater
Stressbewältigungsstrategien); ein Erreichen der individuellen Ziele soll
letztlich ebenfalls eine Reduzierung der Angst bzw. Ängste zur Folge haben. Literatur: Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können. Ihre A. Meyer
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Sagen Sie uns ruhig mal Ihre
Meinung! Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier.
Weitere Fragen? Ihre Meinung?
info@klinik-am-homberg.de
Klinik am Homberg Gebührenfreies Service-Telefon 0800 - 7 34 11 80
Haftungshinweis: |